Die Wiedergeburt der Villa Heller: Eine Geschichte über einen Zufall, der zur Mission wurde

Es sollte sich um einen gewöhnlichen Immobilienkauf für die Organisation in Ústí handeln. Erst später stellte sich heraus, dass es sich um einen architektonischen Schatz – die einzigartige Villa Heller von Hans Richter – handelt. Anstelle einer schnellen Rekonstruktion erwartete uns ein herausfordernder, aber faszinierender Weg zur Wiederherstellung dieses einzigartigen Juwels, das 2026 seinen hundertsten Geburtstag feiern wird.
Visualisierung der Villa Heller mit Terrassen. Ein historisches Haus, das wir retten und in ein lebendiges Zentrum für Begegnungen verwandeln.

Alles begann im Jahr 2024, als die HPKD Project a.s. eine Immobilie in Ústí nad Labem erwarb, mit dem ursprünglichen Ziel, sie für die lokale Organisation zu nutzen. Erst später stellte sich jedoch heraus, um welches außergewöhnliche Objekt es sich handelt. An der Adresse Rooseveltova 1815/4 stand eine einzigartige Villa Heller, das Werk des bedeutenden Architekten Hans Richter (1882–1971).

Diese Entdeckung veränderte alles. Die Eigentümerin des Unternehmens und zugleich Gründerin der NFMD, Martina Dryk, beschloss, den ursprünglichen Plan zu überdenken und die Villa Heller mit aller gebotenen Achtung für die Geschichte und mit Erhaltung ihrer einzigartigen Elemente zu rekonstruieren. Für die Organisation erwarb sie anschließend ein anderes Objekt. Der Vorstand beschloss daraufhin, den Sitz des Fonds an diese Adresse zu verlegen und das Eigentumsrecht auf die NFMD zu übertragen.

Von Ruine zu neuer Vision

Die Villa Heller hat eine bewegte Geschichte hinter sich. In der Zeit des Kommunismus, als hier unter anderem die StB ansässig war, wurde sowohl das Interieur als auch das Exterieur stark beschädigt. Auch nach der Revolution fand sich keine angemessene Nutzung für ein so großes Objekt, das in Bezug auf Wartung und Betrieb aufwendig war, und die Villa verfiel weiter. Dies ändert sich jedoch jetzt. Rund um die Villa hat sich ein Team von Fachleuten gebildet, die sie mit Demut und Präzision in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen.

Das architektonische Team hat eine Projektunterlagen erstellt, die auf die zukünftige multifunktionale Nutzung des Gebäudes Rücksicht nimmt. Derzeit finden regelmäßige Treffen der Architekten, Vertreter des Vereins Hraničář und unserer Koordinatorin statt. Gemeinsam stimmen sie die letzten Details des Interieurs ab, damit es perfekt den Bedürfnissen des Vereins Hraničář entspricht, der der Hauptnutzer der drei untersten Stockwerke und des angrenzenden Gartens werden wird. Das vierte Stockwerk, das über einen eigenen Eingang durch das seitliche Wendeltreppe verfügt, bietet zusätzliche Räumlichkeiten für Büros oder Ateliers.

Die Fassade der Villa mit den originalen Fenstern und der Begrünung. Ein Haus, das trotz der Verzögerung auf die Feier des hundertjährigen Jubiläums vorbereitet wird.

Wir bauen es wieder und ehrlich

Bis November 2025 wurden im Gebäude notwendige Abrissarbeiten durchgeführt, nach denen von der Villa im Wesentlichen nur noch die äußeren Wände blieben. Das Team von Fachleuten konnte mit der Rekonstruktion beginnen und ging dabei sehr sensibel und präzise vor – die Villa Heller wird praktisch von Grund auf neu gebaut. Schon nach den ersten baulichen Veränderungen war klar, dass hier etwas Außergewöhnliches vor unseren Augen entsteht. Es ist ein Erlebnis, die Ehrlichkeit und den Einsatz zu beobachten, mit dem alle an die Arbeit herangehen; ein Erlebnis, das man nicht vergisst. Wir sind fest davon überzeugt, dass die Rekonstruktion bis Ende 2026 abgeschlossen sein wird. Dies würde uns ermöglichen, das hundertjährige Jubiläum der Villa, die in den Jahren 1924 bis 1926 erbaut wurde, würdig zu feiern.

Seltene Besuche und eine Rückkehr zu den Wurzeln

Die Vorweihnachtszeit, konkret der 23. Dezember 2025, brachte der Villa Heller ein außergewöhnliches Ereignis. Das Gebäude wurde von Frau Hebeda-Anzel, der Frau eines direkten Nachkommen der Familie Heller, zusammen mit ihrer Tochter Daniela und ihrer Enkelin besucht. Dieser Besuch war langfristig geplant und schriftlich auch mit Martina Dryk vereinbart worden. Auch wenn Martina persönlich nicht teilnehmen konnte, konnten wir dank moderner Technologien und einem gesendeten Gruppenfoto diesen Moment aus der Ferne teilen – aus München und aus Prag.

Frau Hebeda-Anzel brachte echte Schätze mit – historische Fotografien von festlichen Abendessen, originale Pläne, Beschreibungen der Innenräume und Berechnungen aus dem Jahr 1938. Die kommentierte Führung für die wertvollen Gäste wurde von unseren Kollegen, Historikern, Architekten und Bauherren organisiert.

Teil des Besuchs war auch ein Weg zur monumentalen Gruft der Familie Heller in Svádov, wo sich ihr Landhaus befand. Die NFMD hat beschlossen, auch dieses Denkmal zu verwalten. Ihr Erhalt ist ein Herzenswunsch nicht nur von Frau Hebeda-Anzel, sondern auch des letzten lebenden Mitglieds der Familie Heller, Herrn Jürgen Ginzel, dem Sohn von Frau Erika Ginzel, geboren im Sudetenland. Es ist uns eine Ehre, das Erbe dieser Familie in seiner ganzen Breite zu betreuen.